Nkile- ein Fischerdorf in Tansania und der Traum von der Elektrizität

Im Januar war Jonas aus unserem Team in Nkile am Nyasa See in Tansania. Ziel ist die Strom­versorgung der von der Außenwelt nahezu abgeschnittenen Gemeinde aufzubauen. Potential verspricht ein Fluss aus dem durch Wasserkraft Strom gewonnen werden kann- ein Kurzbericht.

Von Mannheim nach München-von München nach Dubai- von Dubai nach Dar Es Salaam- von Dar Es Salaam nach Songea- von Songea nach Mbamba Bay- von Mbamba Bay nach Nkile. Nach vier Tagen Reisen sind wir da J. Willkommen in einem der wohl am wenigsten bereisten Orte der Welt, willkommen bei Menschen die mit einem herzlich ihren wenigen Besitz teilen, willkommen an einem Ort dessen Schönheit durch die atem­beraubende Natur verzaubert, will­kommen am wunderschönen Nyasa See, willkommen im Dunkeln…

..Ganz richtig gehört. Es ist dunkel in der Nacht, denn hier an diesem abgelegenen wunder­vollen Ort gibt es keine Strom­versorgung. Mit der Sonne geht also auch das Licht aus. Ganz hervorragend und entspannend wie ich finde- zumindest für die wenigen Tage, die ich in meinem neuen Lieblingsplatz verbringen durfte. Aber die Menschen, die dort leben, sind durch das Fehlen der elektrischen Energie­versorgung stark eingeschränkt. So können sie keine Nachrichten hören, um das Welt­geschehen zu erfahren. Schüler, die häufig den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten, können ihren Hausaufgaben nicht nachgehen und und und…

Darum haben uns diese Menschen gefragt, ob wir helfen können, Licht in das Dunkel zu bringen? Sie hoffen  durch die Strom-versorgung, neben dem Licht auch kleine Betriebe ansiedeln zu können. Eine neue Schneider- und eine Schreinerschule sollen mit Strom versorgt werden.

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Ein kleines Dorf mitten in Afrika beschließt also sich eigenständig mit Strom zu versorgen- ein mutiges Ziel. Doch die Menschen zeigen vollen Einsatz für dieses Ziel. Der bereits vollendete Rohbau eines Gemeindezentrums und der Aufbau der Wasserversorgung machen zu­versichtlich, dass auch für den Aufbau der Stromversorgung genügend freiwillige Helfer anpacken werden. Besonders beeindruckend ist, dass diese beiden Projekte ohne jedwede maschinelle Hilfe aufgebaut werden konnten- ohne finanzielle Unterstützung aus dem Ausland und mit einer Bauzeit von einem Jahr.

Die Einsatzbereitschaft der Menschen und deren Wille ihre Gemeinde zu entwickeln beeindruckt Menschen bis nach Deutschland. So kommt es, dass sich der Verein „Freunde von Nkile“ zur Aufgabe gemacht hat für weitere Projekte finanzielle Unterstützung bereit­zustellen. Und auch wir sind beeindruckt. Zusammen mit dem Kaplan der Gemeinde Silverius schmieden wir Pläne für die Stromversorgung, für eine Handwerkerschule, für einen Fischereihandel und für eine lange und immer währende Freundschaft. Nach einem sehr guten Abendessen (es gibt Fisch) haben wir einen Entschluss gefasst. Zusammen mit den Menschen aus Nkile und dem Verein „Freunde von Nkile“ werden wir die Strom­versorgung in der Gemeinde aufbauen.

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Am nächsten Morgen stehen wir früh auf. Wir folgen dem Flußlauf in die Berge, die Messausrüstung wird geschultert. Wir vermessen den Fluß aus dem das Dorf zukünftig seine Energie gewinnen kann- umwelt­freundlich, nachhaltig und in einer Region, die aktuell keine andere Chance hat an einen Zugang zu Elektrizität zu kommen.

Meine Eindrücke und Bilder begleiten mich bis nach Deutschland. Zurück in Deutschland beginnen wir mit der Auswertung der ersten Daten. Ein erster Moment zum innehalten- ein Dank an die lieben Menschen in Nkile und jetzt wird gearbeitet, wir halten euch auf dem Laufenden.

Jonas Groschke